Kai’s posterous

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Freuden des Alltags

Gestern fand ich diesen Zettel an meiner Wohnungstür kleben:




["Herr Hansen, wenn Sie die Treppe nicht endlich nach Monaten putzen, melde ich es nächste Woche der Genossenschaft! Wir müssen auch rauf und haben den Staub und Dreck jetzt satt!!!"]

Frau Rummel (die Verfasserin und Mieterin unter mir) ist schon lange nicht mehr meine beste Freundin und grüßt mich auch nicht mehr. Der Grund hierfür: Meine sträfliche Vernachlässigung der Treppe zu meiner Wohnung (ganz oben, führt sonst nur noch zum Dachboden). Hier ein aktuelles Bild (vom 6.6.2009) des schmutzigsten Teils der Treppe:

P1010855.JPG

Zugeben: Der Glanz des wunderschönen Linoleums rührt vom Blitz her. Allerdings sind die weißen Farbflecken nicht etwa frisch und wegputzbar, sondern gehören ebenso zur Treppe dazu, wie die teilweise sich schon ablösenden schwarzen Plastikstreifen auf den Stufen.

Warum ich diese Treppe so selten putze? Weil ich sie noch nie als schmutzig empfunden habe. Jedenfalls die Mengen "Staub und Dreck", die Frau Rummel so intensiv auf die Nerven gehen, kann ich beim besten Willen nicht ausmachen. Aber ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es sie sehr stark belastet und ich mit dem - in meinen Augen überflüssigen - Putzen der Treppe zu ihren Seelenheil beitragen werde. Deshalb und um des lieben Hausfriedens willen, werde ich mich heute noch daran machen und die Treppe fegen und wischen. - Gerne poste ich danach ein Foto vom selben Treppenabschnitt - zum Vergleich. :-)

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Comments (2)

Jun 08, 2009
johnny_mnemonic said...
viel spass beim putzen um zum vorher/nacher vergleich erwarte ich mir doch etwas professionelleres, etwa infrarot analyse. Nicht dass wir am schluss etwa gar keinen unterschied erkennen koennen ;)
Lieber Gruss an Frau Rummel jedenfalls und allzu gut dass sie deine philosophischen Hoehenflugambitionen mit Realismus ihrer ganz eigenen Art immer wieder mal ordentlich erdet ;)
Jun 08, 2009
Kai said...
Vielen Dank für dein Mitgefühl! ;-)
Die Putzerei war am selben Tag noch schnell erledigt, da mein Mitbewohner mir fleißig geholfen hat. Es sieht zwar nicht wesentlich anders aus, doch fühlt es sich gleich viel besser an, ja, hat einen Aspektwechsel erfahren!
Erdung habe ich derzeit mehr als genug, - wobei "philosophische Höhenflüge" auch nicht das sind, was ich suche. Vielmehr einen motivierenden Impuls, der mich - obzwar auf dem Boden bleibend - in eine (evtl. ex post ja sogar: die richtige) Richtung weiterbringt, also kurzum: etwas Bewegendes! Ja, das wäre was. :-)

Viele Grüße nach Gent!

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